Die Werra entsteht aus der Vereinigung zweier Quellbäche im Landkreis Hildburghausen. Die Sigmundsburger, die „trockene Werra“ wird auch die „hintere Werra“ genannt. Sie entspringt in 707 Metern über dem Meeresspiegel. Die zweite Quelle liegt ganz in der Nähe des Rennsteigs. Am Zeupelsberg bei Fehrenbach entspringt die „nasse“ oder „vordere“ Werra. Die Werra fließt zu drei Vierteln durch Thüringen, passiert Nordhessen und vereint sich schließlich in Niedersachsen mit der Fulda. Als Weser fließt sie fortan der Nordsee entgegen. Erstmals wird der Fluss namentlich in einer Urkunde Karls des Großen erwähnt. 775 schenkte er den Zehnten seiner „villa Salsunga“ an der „Wisera“ (Werra) dem Kloster Hersfeld. Auf Thüringer Seite wird die Werra von Dankmarshausen begrüßt. Gerstungen spielte im 11. Jahrhundert unter Kaiser Heinrich IV. eine bedeutende Rolle. Von hier brach das Reichsheer auf, um die aufständischen Sachsen und Thüringer zu unterwerfen.

Wasserwandern auf der Werra

Das Werratal bei Herleshausen zählt zu den schönsten Abschnitten des Flusslaufes. Stolz erhebt sich die größte Doppelburgruine Mitteldeutschlands, die Brandenburg,  über den Mäandern der Werra. Bei Hörschel beginnt am Werraufer der Rennsteig. Nachdem der Fluss sich kurz vor Eisenach nördlich Creuzburg zuwendet, beeindruckt hier neben der Creuzburg selbst die 1223 errichtete Werrabrücke. Sie diente der Verbindung zwischen der Wartburg und der Creuzburg. Heute gilt sie als älteste Natursteinbrücke nördlich des Mains. Dicht an der Werrabrücke, fast ein Teil derselben, steht die Liboriuskapelle.  Eine Besonderheit der Liboriuskapelle sind die mittelalterlichen Fresken mit Szenen aus der Bibel und aus dem Leben der heiligen Elisabeth. Zwischen Creuzburg und dem hessischen Wanfried liegt Treffurt, eine reizvolle Fachwerkstadt. Hinter Großburschla verabschiedet sich die Werra dann endgültig von Thüringen.