historisches Gradierwerk in Bad Salzungen
historisches Gradierwerk in Bad Salzungen

Werratal siedelten bereits lange vor der ersten urkundlichen Erwähnung Bad Salzungens als Salsunga in einer Schenkungsurkunde Karls des Großen an das Kloster Hersfeld im Jahre 775 Kelten in der Rhön. Rodungs- und Kleinsiedlungen an Salzquellen waren gegen 1000 der Beginn der Entwicklung der Siedlungszentren, die heute das Stadtgebiet von Bad Salzungen bilden. Im frühen 12. Jahrhundert erweiterten die Grafen von Henneberg ihren Herrschaftsbereich in Thüringen bis an die mittlere Werra, so entsteht die hennebergische Burganlage Frankenstein und ein erweiterter Siedlungsausbau nördlich der Werra. Es entstehen zahlreiche Höfe und Kleinsiedlungen mit Einfluss bis hin zum Stadtgebiet von Eisenach. Die Herren von Salzungen gründen das Kloster Frauensee, die Herren vom Frankenstein das Kloster Allendorf. Im Hochmittelalter kam es zu mehreren Machtverschiebungen, woraus die Doppelverwaltung der Stadt durch die Henneberger und Wettiner resultierte, was die Teilung der Einkünfte aus Salzhandel, Zöllen und Gewerbetätigkeit zur Folge hatte. Die Stadt expandierte rasch, besonders nach dem Fund weiterer Salzquellen. Seit Anfang des 14. Jahrhunderts gab es bereits eine privilegierte wohlhabende Pfännerschaft, die von Salzgrafen geleitet wurde. Ab 1590 gewann man das Salz mittels Gradierverfahren und nutzte bereits im 16. Jahrhundert die Salzquellen als Heilmittel. 1821 entstand das erste Badehaus, woraus sich schließlich der Kurbetrieb entwickelte. Um 1900 wurde mit dem Bau des schönsten Gradierwerkes Deutschlands begonnen. Der architektonisch einmalige Mittelbau zwischen zwei 80 Meter langen Gradierwerken wurde im hennebergisch-fränkischen Fachwerkstil erbaut. Ergänzt wurde das Ensemble mit einer Trinkhalle und einem Musikpavillon. In den Gradierwerken rieselt die Sole über Schwarzdornwände herab, an denen die Gäste in weißen Umhängen entlang wandeln. Die historische Gradieranlage wurde mit einer Bade- und Saunalandschaft, dem Keltenbad, verbunden. Drei Rundbauten schaffen hier einen Bezug zu keltischen Gestaltungselementen. Das Bild der Altstadt prägen schöne Fachwerkhäuser, alte Salzsieder- und Pfännerhäuschen und Teile der ehemaligen Stadtmauer. Direkt im Zentrum in der Nähe des Marktes lädt der Burgsee und eine ausgedehnte Parkanlage zur Entspannung ein.